1. Grand Banks 
„Spray“

 

 

Ursprünglich bezeichnet der Begriff »Trawler« ein kommerziell betriebenes Fischereifahrzeug, wie es überall auf den Weltmeeren zum Schleppnetzfischen eingesetzt wird. Stilistisch an diese seit vielen Jahrzehnten anzutreffenden Arbeitsschiffe mit hohem Freibord und konventionellem Spiegelheck angelehnt, wurden zu Beginn der 1960er-Jahre die ersten Boote für den Freizeitgebrauch auf Kiel gelegt. Als Urahn aller späteren Trawler-Yachten gilt gemeinhin die von Kenneth Smith entworfene »Spray«, einhölzerner 36-Fuß-Tourenverdränger von American Marine, der mit einem üppigen Platzangebot, beispielhafter Seetüchtigkeit und exzellenten Manövriereigenschaften auf sich aufmerksam machte. Binnen kürzester Zeit stieß dieser neue, ebenso robuste wie optisch gefällige Schiffstyp auf regen Zuspruch und eine große Nachfrage. Im Zuge der Weiterentwicklung stellte der weltbekannte Trawler-Yacht-Spezialist Grand Banks anno 1969 sein 11,23 m langes Erfolgsmodell Grand Banks 36 vor, das seinerzeit fast den Wohnkomfort eines schwimmenden Ferienhauses bot. Dieses legendäre Boot wurde zum absoluten Bestseller. Zuerst lief die GB 36 als Vollholz-Version, von American Marine bei der Junk Bay Werft in Hongkong, und ab 1973 als GFK-Konstrukt, in einer neuen Werft in Singapur,vom Stapel. Seit den frühen 1970ern befassten sich zahlreiche konkurrierende Werften, insbesondere solche aus Fernost, mit der serienmäßigen Fertigung von Trawler-Yachten, die sich bis heute, und zwar ungeachtet flüchtiger Modetrends, rund um den Erdball einer treuen Fangemeinde erfreuen. Nahezu allen Fabrikaten gemeinsam ist das schiffige Erscheinungsbild mit einem wuchtigen, mitunter auch geklinkerten oder im Plankenlook gehaltenen Rumpf, dem hochgezogenen Bug und kantiger Heckpartie. Die meisten modernen Trawler sind als Flybridge-Kreuzer mit weitläufigem Oberdeck und zweitem Steuerstand konzipiert. Als markantes Stilelement anzutreffen ist oftmals ein Mast mit Stützsegel. Heute produziert Grand Banks in Malaysia.

Baujahr 1992

Hull Nr.: 1035

Rumpf: GFK

Länge: 11,23 m

Breite: 3,86 m

Tiefgang: 1,22 m

Gewicht: 11,797 t

Motoren: 2 x 135 PS Ford Sabre 2725E

Frischwassertank: 530 l

Dieseltanks: 2 x 757 l

 

„STRANDHUSEN“ wurde 1992 bei der BOOTE-Messe in Düsseldorf von einer Charterfirma in Greifswald gekauft. Hier lief sie ein Jahr unter dem Namen „ODIN“, doch es bestand kein Interesse der Kundschaft für dieses Schiff. So wurde es an Fam. Wiese verkauft, die zuvor das Schiff schon gechartert hatte. Wieses unternahmen viele Touren auf der Ostsee mit ihm. 2016 wollte Fam. Wiese sich jedoch vergrößern und verkauften „ODIN“ wieder. Der erneute Eigner kam aber leider nicht dazu dies schöne Schiff zu nutzen. Doch seit 2018 erfreut sich nun Fam. Patzer an „STRANDHUSEN“, die das Schiff nach dem kleinen Ortsteil östlich von Heiligenhafen benannten.